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Wissen · Glossar

Glossar: Finance-Steuerung im Mittelstand

Kurze, präzise Definitionen der Begriffe, mit denen dieses System arbeitet — jeweils mit eigener Seite und Vertiefungs-Link in den passenden Leitfaden.

Summen- und Saldenliste (SuSa)

Die Summen- und Saldenliste (SuSa) ist die monatliche Übersicht aller Konten der Finanzbuchhaltung mit Anfangsbestand, Soll- und Haben-Bewegungen sowie Endsaldo. In DATEV ist sie der Standard-Export je Monat und Mandant und damit die maschinenlesbare Rohform des Zahlenwerks auf Kontoebene, aus der sich GuV, Bilanz, Kapitalflussrechnung und Management-Sichten ableiten lassen.

BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung)

Die BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) ist die monatliche Standardauswertung aus der Finanzbuchhaltung, in Deutschland meist erstellt vom Steuerberater aus DATEV. Die verbreitetste Form ist die Standard-BWA Form 01 („Kurzfristige Erfolgsrechnung"): Umsatz, Material, Personal, Kostenarten, vorläufiges Ergebnis, je Monat und kumuliert, in der Gliederung des Kontenrahmens.

HGB-GuV

Die HGB-GuV ist die Gewinn- und Verlustrechnung in der offiziellen Gliederung nach § 275 HGB, so wie sie im Jahresabschluss steht. Sie ist die verbindliche Referenz des Zahlenwerks: Was hier als Jahresüberschuss steht, ist die eine Zahl, an der sich alle anderen Sichten — BWA wie Management-GuV — messen lassen müssen.

Management-GuV

Eine Management-GuV ist die Gewinn- und Verlustrechnung in der Entscheidungsstruktur des Unternehmens: 15 bis 30 Zeilen, die der Geschäftslogik folgen statt dem Kontenrahmen. Umsätze nach Segmenten, variable Kosten dem Umsatz zugeordnet, Deckungsbeiträge als Zwischensummen, klar definierte Ergebnisgrößen bis zum EBIT. Die Summe stimmt mit der offiziellen HGB-GuV überein.

Rolling Forecast

Ein Rolling Forecast (rollierender Forecast) ist eine monatlich aktualisierte Hochrechnung der Geschäftsentwicklung: abgeschlossene Monate gehen als Ist ein, die verbleibenden Monate werden auf Basis der neuesten Erkenntnisse neu geschätzt. Er beantwortet die Frage „Wo werden wir voraussichtlich landen?" und ist damit die beste verfügbare Schätzung des Unternehmens, nicht sein Wunschzettel.

13-Wochen-Liquiditätsplanung

Die 13-Wochen-Liquiditätsplanung (englisch: 13-week cash flow forecast) ist eine rollierende Vorschau auf alle erwarteten Ein- und Auszahlungen der nächsten 13 Wochen, geplant in Wochenscheiben nach der direkten Methode. Sie zeigt für jede Woche den Anfangsbestand, die Zahlungsströme und den Endbestand der Bankkonten und macht sichtbar, wann es eng wird.

Headroom

Headroom ist der tatsächliche Liquiditätsspielraum eines Unternehmens: Kasse plus freie Kreditlinie, abzüglich eines Mindestpuffers (bewährt: zwei bis vier Wochen der fixen Auszahlungen). Anders als der reine Kontostand zeigt der Headroom, wie viel Luft wirklich bleibt, bevor es eng wird — und wie viel Handlungsspielraum eine Entscheidung kosten darf.

DSO, DPO und DIO

DSO, DPO und DIO sind die drei Working-Capital-Kennzahlen in Tagen: DSO (Days Sales Outstanding) misst, wie lange Kunden bis zur Zahlung brauchen. DPO (Days Payables Outstanding) misst, wie lange das Unternehmen seine Lieferanten bis zur Zahlung warten lässt. DIO (Days Inventory Outstanding) misst, wie lange Kapital im Lager gebunden ist. Zusammen bestimmen sie, wie viel Cash das Geschäftsmodell bindet.

Decision P&L

Die Decision P&L (deutsch: Entscheidungs-GuV) stellt für jede wesentliche Management-Entscheidung den erwarteten Effekt dem tatsächlich realisierten Effekt gegenüber. Gemessen wird gegen eine eingefrorene Vergleichsbasis: den Forecast vom Tag der Entscheidung, also die beste Schätzung der Welt ohne diese Entscheidung. Das Ergebnis ist eine Zielerreichung je Entscheidung und, über alle Entscheidungen hinweg, eine Trefferquote des Managements.

Steering Pack

Das Steering Pack ist der monatliche Steuerungsbericht im CFO Operating System: maximal 20 Seiten, die aus Abschluss, Kennzahlen, Varianzanalyse und Forecast die drei Steuerungsfragen beantworten: was ist passiert, warum, und was jetzt. Es endet nicht in Zahlen, sondern in Optionen, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten.

Vertiefungen zu allen Begriffen: die Leitfäden im Wissens-Bereich.